Wichtige Anwendungen im Praxisalltag

Von EBZ bis E-Rezept: So nutzen Sie die wichtigsten TI-Anwendungen direkt in Ihrer Praxis.

 

Versichertenstammdaten (VSDM)

Beim Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) werden die Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mit dem aktuellen Datenbestand der Krankenkasse abgeglichen. Ziel ist, dass Ihre Praxis stets mit den aktuellen Versichertendaten arbeitet.

Warum ist der VSDM-Abgleich wichtig?

So funktioniert der VSDM in charly

  1. Stecken Sie die eGK des Patienten in das Kartenterminal.
  2. Starten Sie die eGK-Kartenlesung.

    • Der Abgleich des VSDMs mit der Krankenkasse erfolgt über die Telematikinfrastruktur.
    • Änderungen werden automatisch in die Patientenstammdaten von charly übernommen.

Was tun bei VSDM-Störung?

In charly wird ein Hinweis angezeigt, wenn der VSDM fehlschlägt. Sie können den Vorgang später erneut starten.

Weiterführende Hilfe in charly

 

Kommunikation im Medizinwesen (KIM)

KIM ist der sichere E-Mail-Dienst in der Telematikinfrastruktur (TI). Darüber können medizinische Dokumente wie EBZ-Anträge oder die eAU datenschutzkonform versendet und empfangen werden.

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

Welche Inhalte werden über KIM versendet?

Arten von KIM-Konten

Kontotyp Verknüpft mit Typische Nutzung Versand erfolgt mit
Praxiskonto SMC-B-Karte der Praxis Standardversand (z.B. EBZ, eAU) SMC-B-Karte
Behandlerkonto HBA-Karte der Zahnärztin/des Zahnarztes z.B. für direkte KIM-Nachricht an einen anderen Zahnarzt HBA-KArte

Erläuterung

Beispiel zur Verdeutlichung

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Elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren für Zahnärzte (EBZ)

Mit dem EBZ reichen Sie Heil- und Kostenpläne (HKPs) elektronisch bei der Krankenkasse ein – direkt aus charly heraus. Die Antwort der Krankenkasse kommt ebenfalls digital per KIM zurück.

Welche Pläne können über das EBZ übermittelt werden?

Folgende Kostenpläne können über das EBZ digital per KIM übermittelt werden:

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

So funktioniert das EBZ in charly

  1. Öffnen Sie den jeweiligen EBZ-Plan im Bereich HKP.
  2. Starten Sie den Versandprozess.
  3. Signieren Sie den EBZ-Antrag mit der HBA-Karte des Zahnarztes, der den EBZ-Antrag erstellt hat (Komfortsignatur empfohlen).
  4. Der Plan wird über KIM an die Krankenkasse übermittelt.
  5. Die Antwort der Kasse wird automatisch in charly abgelegt.

Was tun bei Störungen?

Der Versand erfolgt in der Regel über das KIM-Praxiskonto der Praxis.

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E-Rezept (elektronisches Rezept)

Mit dem E-Rezept verordnen Sie Arzneimittel vollständig digital – ohne das bisherige Muster 16. Die Verordnung wird elektronisch signiert und über die Telematikinfrastruktur (TI) sicher übermittelt.

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

So erstellen Sie ein E-Rezept in charly

  1. Erstellen Sie in charly-Web in der Perspektive Patient unter Verordnungen > E-Rezepte (Patient) das E-Rezept.
  2. Signieren Sie das E-Rezept mit der HBA-Karte des Zahnarztes, der das E-Rezept ausgestellt hat (Komfortsignatur empfohlen).
  3. Das signierte E-Rezept wird im E-Rezept-Fachdienst (TI) bereitgestellt.
  4. Drucken Sie optional den Rezept-Code für den Patienten aus.

Wie wird das E-Rezept übermittelt?

Tipp: Alle E-Rezepte eines Patienten, unabhängig davon, in welcher Praxis sie ausgestellt wurden, werden über den E-Rezept-Fachdienst automatisch in der elektronischen Medikationsliste (eML) in der ePA gespeichert.

Was tun bei Störungen?

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass das Muster 16 kein reguläres Ersatzverfahren mehr ist, sondern nur bei nachweisbarer technischer Störung zulässig ist.

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Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Mit der eAU übermitteln Sie Krankmeldungen digital an die Krankenkassen. Der Patient erhält nur noch einen Ausdruck zur Information – die Übermittlung an die Kasse erfolgt über die Telematikinfrastruktur (TI).

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

So erstellen Sie eine eAU in charly

  1. Erstellen Sie die eAU im Behandlungsblatt über den Button AU.
  2. Starten Sie den Versandprozess.
  3. Drucken Sie den Ausdruck für den Patienten (z.B. zur Vorlage beim Arbeitgeber) optional aus.
  4. Signieren Sie die eAU mit der HBA-Karte des Zahnarztes, der die eAU ausgestellt hat (Komfortsignatur empfohlen).
  5. Die eAU wird über KIM an die Krankenkasse übermittelt.
  6. Die Fehler-Antwort der Kasse wird automatisch in charly abgelegt.
Tipp: Die eigentliche Krankmeldung wird über KIM automatisch an die Krankenkasse gesendet. Sie müssen keine Durchschläge mehr händisch weitergeben.

Wer bekommt was?

Empfänger Was?
Krankenkasse Ausfertigung Krankenkasse → elektronische Übermittlung via KIM
Patient Ausfertigung Versicherter → Ausdruck zur Information (optional)
Arbeitgeber Ausfertigung Arbeitgeber → Holt die AU-Daten direkt bei der Krankenkasse ab

Was tun bei Störungen?

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass das eFormular 1 kein reguläres Ersatzverfahren mehr ist, sondern nur bei nachweisbarer technischer Störung zulässig ist.

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Elektronische Patientenakte (ePA)

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist ein digitales Archiv für Gesundheitsdaten, das seit dem 15. Januar 2025 automatisch für alle gesetzlich Versicherten bereitgestellt wird – es sei denn, sie haben der Anlage widersprochen. Sie ist ein zentraler Baustein der modernen Gesundheitsversorgung und wird zunehmend in Zahnarztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen genutzt.

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

Tipp: Der Zugriff erfolgt im Behandlungskontext. Eine Freigabe durch den Patienten (z.B. per PIN oder App) ist nicht erforderlich.

Was können Sie in die ePA einstellen?

Hinweis: Dokumente dürfen nur dann eingestellt werden, wenn sie im Rahmen einer aktuellen Behandlung entstanden sind.

So greifen Sie auf die ePA zu

  1. Stecken Sie die eGK des Patienten in das Kartenterminal.
  2. charly verbindet sich automatisch mit dem ePA-Aktenanbieter und erstellt eine Befugnis.
  3. Öffnen Sie in charly-Web in der Perspektive Patient den Bereich ePA-Übersicht.
  4. Sie können dort Dokumente einsehen oder neue hochladen.
Hinweis: Ein Zugriff ist nur zulässig, wenn sich der Patient in Behandlung befindet. Der Zugriff wird automatisch im ePA-Protokoll dokumentiert.

Elektronische Medikationsliste (eML)

Die elektronische Medikationsliste (eML) ist Bestandteil der elektronischen Patientenakte und gehört zum digital gestützten Medikationsprozess (dgMp).

Sie wird automatisiert aus den Informationen im E-Rezept-Fachdienst erzeugt und zeigt die aktuellen Medikamente eines Patienten. Eine manuelle Pflege ist nicht vorgesehen.

Die eML ergänzt den elektronischen Medikationsplan (eMP), ersetzt ihn aber nicht.

Datenschutz & Rechte

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Elektronischer Medikationsplan (eMP)

Der elektronische Medikationsplan (eMP) enthält Informationen über alle aktuellen Medikamente eines Patienten – einschließlich Wirkstoffe, Dosierung und Einnahmehinweise. Sie können den eMP in charly einsehen, wenn er auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert ist.

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

Hinweis: Die Anzeige des eMP ist nur möglich, wenn der eMP auf der eGK vorhanden ist und der Zugriff technisch freigegeben ist.

So zeigen Sie den eMP in charly an

  1. Stecken Sie die eGK des Patienten in ein stationäres Kartenterminal.
  2. Öffnen Sie in charly über Bearbeiten > Elektronischer Medikationsplan (eMP) den eMP.
  3. charly ruft die Medikationsdaten ab und zeigt sie an.

Weiterführende Hilfe in charly

 

Notfalldatenmanagement (NFDM)

Auf Wunsch der Versicherten können medizinisch relevante Notfalldaten direkt auf der eGK gespeichert werden. Zahnarztpraxen dürfen diese Daten lesen – z.B. Allergien, Diagnosen oder Medizingeräte –, wenn der Zugriff medizinisch notwendig ist.

Voraussetzungen in Ihrer Praxis

Hinweis: Der Zugriff ist ohne weitere Freigabe durch den Patienten möglich, wenn sich dieser in zahnärztlicher Behandlung befindet und ein Notfalldatensatz existiert.

So lesen Sie Notfalldaten in charly aus

  1. Stecken Sie die eGK in ein Kartenterminal.
  2. Öffnen Sie in der Patientenkartei den NFDM.
  3. charly ruft die Notfalldaten ab (z.B. Allergien, Diagnosen, Ansprechpartner) und zeigt sie an.

Weiterführende Hilfe in charly

 

Weitere Informationen