Voraussetzungen
Komponenten
- E-Health-Konnektor (ab Version PTV3).
- Elektronischer Heilberufsausweis (HBA) für jeden Behandler, der ein E-Rezept ausstellen möchte.
- Elektronischer Praxisausweis (SMC-B).
- Stationäres E-Health-Kartenterminal.
- Drucker mit einer Mindestauflösung von 300 dpi.
charly
- Die kostenpflichtige E-Rezept-Lizenz der solutio GmbH & Co. KG ist in der Menüleiste unter Hilfe > Zusätzliche Lizenzen eingetragen und die Checkbox E-Rezept aktiviert. Für weitere Informationen siehe E-Rezept.
- Eine Anbindung an die E-Health-Telematikinfrastruktur (TI) ist vorhanden und in charly eingerichtet:
In charly-Web sind in der Perspektive Administration > TI-Monitor der Konnektor und Aufrufkontext(e) angelegt.
In den Stammdaten > Praxis > Praxis > Zahnarzt > Reiter SMC-B (TI) ist der elektronische Praxisausweis (SMC-B) hinterlegt:
- Gemeinschaftspraxis: Der Praxisausweis muss bei der Option „Gemeinschaftspraxis“ hinterlegt sein. Er wird automatisch für jeden Behandler in der Liste Zahnarzt verwendet.
- Einzelpraxis/Praxisgemeinschaft: Der jeweilige Praxisausweis muss pro Zahnarzt hinterlegt werden.
- Die Heilberufsausweise (HBA) der Behandler sind in charly-Web unter Administration > Signatur konfiguriert.
Server
Konfiguration der Route
Damit Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept funktionieren, muss charly den IDP-Service (Identity Provider) der Telematikinfrastruktur erreichen können.
Der IDP-Service bestätigt die Identität von Praxen und medizinischem Personal – und ist damit eine zentrale Voraussetzung für den Zugriff auf viele TI-Anwendungen.
Um die Verbindung herzustellen, muss auf dem charly-Server eine Route zum IDP-Service konfiguriert werden.
IDP-Service-Erreichbarkeit prüfen
In der Perspektive Administration > Dashboard „Administration“ steht das Widget „TI-Infrastruktur-Check“ zur Verfügung. Unter dem Punkt „IDP-Route“ wird angezeigt, ob die Route korrekt gesetzt ist.
Wenn die IDP-Route mit einem grünen Haken angezeigt wird, wurde die Route korrekt gesetzt. Ein rotes Kreuz bedeutet, dass der IDP-Service nicht erreichbar ist – in diesem Fall prüfen Sie bitte die Konfiguration der Route auf dem charly-Server.
Wenn die IDP-Route mit einem grünen Haken angezeigt wird, wurde die Route korrekt gesetzt.
Ein rotes Kreuz bedeutet, dass der IDP-Service nicht erreichbar ist – prüfen Sie in diesem Fall die Konfiguration der Route auf dem charly-Server.
Wenn die Route bereits für eine andere TI-Anwendung eingerichtet wurde, muss sie nicht erneut konfiguriert werden.
Route konfigurieren
-
Windows
- Öffnen Sie die Kommandozeile als Administrator.
-
Führen Sie folgenden Befehl aus:
route -p add 100.102.0.0 mask 255.255.0.0 <IHRE_KONNEKTOR_IP>Ersetzen Sie
<IHRE_KONNEKTOR_IP>mit Ihren spezifischen Daten.
-
macOS
- Öffnen Sie das Terminal.
-
Führen Sie folgenden Befehl mit Adminrechten aus:
sudo networksetup -setadditionalroutes <IHR_NETZWERK_ADAPTERNAME> 100.102.0.0 255.255.0.0 <IHRE_KONNEKTOR_IP>Ersetzen Sie
<IHRE_KONNEKTOR_IP>und<IHR_NETZWERKADAPTERNAME>mit Ihren spezifischen Daten.
-
charly-VM
Folgen Sie der Anleitung "Telematikinfrastruktur (TI) für charly VM"
DNS-Voraussetzungen für TI-Fachdienste
Damit Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept funktionieren, müssen die Hostnamen der zugehörigen TI-Fachdienste korrekt aufgelöst werden können. Dies geschieht über den DNS-Dienst, der typischerweise durch folgende Komponenten bereitgestellt wird:
- Router oder Firewall
- Domain-Controller / Active Directory
- lokaler DNS-Dienst auf dem Server
- oder öffentliche DNS-Resolver
DNS wirkt sich ausschließlich auf die TI-Fachdienste aus, wie:
- ePA
- E-Rezept
- IDP-Dienst der TI (Identitäts- und Authentifizierungsdienst)
- weitere offene Fachdienste der TI
Wenn TI-Fachdienste nicht funktionieren, obwohl der Konnektor „verbunden“ anzeigt, liegt die Ursache häufig in der DNS-Auflösung.
Warum ist DNS für TI-Fachdienste wichtig?
Die ePA-Aktensysteme, der IDP-Dienst (Authentifizierung), der E-Rezept-Fachdienst sowie der TSL-Downloaddienst werden über öffentliche Hostnamen angesprochen.
Kann der DNS-Dienst diese Hostnamen nicht auflösen, schlagen die Fachdienste fehl, obwohl:
- die Internetverbindung funktioniert
- die Route korrekt gesetzt ist
- der Konnektor eine erfolgreiche TI-Verbindung anzeigt
Hostnamen der Telematikinfrastruktur
Folgende Hostnamen müssen laut gematik erreichbar und auflösbar sein:
https://idp.zentral.idp.splitdns.ti-dienste.de/.well-known/openid-configurationhttps://epa-as-1.prod.epa4all.dehttps://epa-as-2.prod.epa4all.dehttps://erp.zentral.erp.splitdns.ti-dienste.dehttps://download.tsl.ti-dienste.de/ECC/ECC-RSA_TSL.xml
Die gematik weist darauf hin, dass sich Hostnamen jederzeit ändern oder erweitert werden können.
Prüfung der DNS-Auflösung
Die folgenden Schritte helfen dabei festzustellen, ob die TI-Fachdienste durch den DNS-Dienst korrekt aufgelöst werden.
1. Verwendeten DNS-Server ermitteln
-
Windows
ipconfig /all -
macOS
scutil --dns
Der Abschnitt „DNS-Server“ oder „nameserver“ zeigt an, welcher DNS-Dienst genutzt wird (z.B. Firewall, Router, Domain-Controller).
2. Allgemeine DNS-Auflösung prüfen
-
Windows und macOS identisch
nslookup epa-as-1.prod.epa4all.de
nslookup epa-as-2.prod.epa4all.de
Wenn „Server failed“ oder „Non-existent domain“ zurückgegeben wird, kann der DNS die TI-Hostnamen nicht auflösen.
3. Falls vorhanden: Gezielte Abfrage über den lokalen DNS-Server
Prüfen sie, ob der lokale DNS-Dienst die Hostnamen korrekt auflösen kann.
Ersetzen Sie <ip-adresse-des-dns-servers> durch die tatsächliche IP des DNS-Servers der Praxis:
-
Windows und macOS identisch
nslookup epa-as-1.prod.epa4all.de <ip-adresse-des-dns-servers>
nslookup epa-as-2.prod.epa4all.de <ip-adresse-des-dns-servers>
Wenn keine IP-Adresse zurückgegeben wird, kann der Hostname nicht aufgelöst werden. In diesem Fall ist eine Anpassung der DNS-Konfiguration erforderlich.
Wenn externe DNS-Forwarder nicht erlaubt sind, müssen die Hostnamen manuell im DNS-Manager hinterlegt werden.
Zusammenhang mit der Routen-Konfiguration
Die Routen zu offenen Fachdiensten, aAdG und NetG-TI können laut gematik zusammengefasst werden:
100.102.0.0/15
Eine korrekt gesetzte Route und eine funktionierende DNS-Auflösung sind beide Voraussetzungen.
Wenn DNS nicht funktioniert, können die Fachdienste nicht erreicht werden, obwohl die TI-Verbindung selbst in Ordnung ist.
Konfiguration der Systemzeit
Für den Zugriff auf Fachanwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept muss die Systemzeit des charly-Servers mit der Referenzzeit der Telematikinfrastruktur übereinstimmen.
Bereits eine Abweichung von mehr als 4,5 Minuten kann die Anmeldung verhindern.
Hintergrund: Warum ist die Systemzeit so wichtig?
Die gesamte Telematikinfrastruktur (TI) verwendet die Zeitserver der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) als verbindliche Zeitbasis.
Bei jedem Zugriff auf TI-Dienste erfolgt ein Abgleich zwischen:
- der Systemzeit des charly-Servers
- der Zeit des Identitätsproviders (IDP) der TI
- den PTB-Zeitservern
Der IDP ist der zentrale TI-Dienst, der u.a. für die Anmeldung und Authentifizierung für ePA und E-Rezept zuständig ist.
Weicht die Serverzeit von der PTB-Zeit ab, ist eine Anmeldung nicht möglich.
Systemzeit in charly prüfen
In der Perspektive Administration > Dashboard „Administration“ steht das Widget „TI-Infrastruktur-Check“ zur Verfügung. Unter dem Punkt „Systemzeit“ wird angezeigt, ob die Systemzeit des Servers mit der PTB-Zeit übereinstimmt.
Eine zu große Abweichung wird als Fehler dargestellt.
Für weitere Informationen siehe Systemzeit-Check.
Hinweis zur Zeitquelle
Die Synchronität wird anhand der offiziellen NTP-Zeitservern der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) überprüft:
- ptbtime1.ptb.de
- ptbtime2.ptb.de
- ptbtime3.ptb.de
- ptbtime4.ptb.de
Diese Server müssen vom charly-Server erreichbar sein.
Hinweis für Systembetreuer: Firewall-Freigaben
Damit die Zeitsynchronisation funktioniert, müssen in der Praxis-Firewall die oben genannten Hostnamen freigegeben sein.
Die Kommunikation mit den PTB-Zeitservern erfolgt über den UDP-Port 123.
Zeitsynchronisation des Servers
Achten Sie darauf, dass der charly-Server eine stabile Zeitsynchronisation über einen NTP-Dienst verwendet.
Wir empfehlen, die automatische Zeiteinstellung zu aktivieren, um Zeitabweichungen zur Referenzzeit der Telematikinfrastruktur zu vermeiden.
Zusammenhang mit dem E-Health-Gateway-Service
Wenn die Praxis einen lokalen NTP-Zeitserver verwendet (z.B. einen Domain-Controller), muss dieser zusätzlich im E-Health-Gateway-Service eingetragen werden, damit der Dienst dieselbe Zeitquelle nutzt.
Dies ist besonders wichtig, da eine fehlende oder abweichende Zeitsynchronisation die Erstellung von E-Rezepten bzw. den Zugriff auf eine ePA-Akte verhindert.
-
Konfiguration in der application.yml im conf2-Verzeichnis
de.solutio.ncjs.ehealth.infrastructure.time-sync-addresses: <IP-Adresse Zeitserver>Nach der Änderung muss der E-Health-Gateway-Service neu gestartet werden.
-
Erreichbarkeit der PTB-Server prüfen
-
Windows
w32tm /stripchart /computer:ptbtime1.ptb.de /dataonly /samples:3
w32tm /stripchart /computer:ptbtime2.ptb.de /dataonly /samples:3
w32tm /stripchart /computer:ptbtime3.ptb.de /dataonly /samples:3
w32tm /stripchart /computer:ptbtime4.ptb.de /dataonly /samples:3 -
macOS
sntp ptbtime1.ptb.de
sntp ptbtime2.ptb.de
sntp ptbtime3.ptb.de
sntp ptbtime4.ptb.de
Wenn stabile Werte zurückgegeben werden, ist der Zeitserver erreichbar.
-