Voraussetzungen

Komponenten

charly

Server

Konfiguration der Route

Damit Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept funktionieren, muss charly den IDP-Service (Identity Provider) der Telematikinfrastruktur erreichen können.

Der IDP-Service bestätigt die Identität von Praxen und medizinischem Personal – und ist damit eine zentrale Voraussetzung für den Zugriff auf viele TI-Anwendungen.

Um die Verbindung herzustellen, muss auf dem charly-Server eine Route zum IDP-Service konfiguriert werden.

IDP-Service-Erreichbarkeit prüfen

In der Perspektive Administration > Dashboard „Administration“ steht das Widget „TI-Infrastruktur-Check“ zur Verfügung. Unter dem Punkt „IDP-Route“ wird angezeigt, ob die Route korrekt gesetzt ist.

Wenn die IDP-Route mit einem grünen Haken angezeigt wird, wurde die Route korrekt gesetzt. Ein rotes Kreuz bedeutet, dass der IDP-Service nicht erreichbar ist – in diesem Fall prüfen Sie bitte die Konfiguration der Route auf dem charly-Server.

Wenn die IDP-Route mit einem grünen Haken angezeigt wird, wurde die Route korrekt gesetzt.

Ein rotes Kreuz bedeutet, dass der IDP-Service nicht erreichbar ist – prüfen Sie in diesem Fall die Konfiguration der Route auf dem charly-Server.

Tipp: Die Route zum IDP-Service wird von mehreren TI-Fachanwendungen verwendet.

Wenn die Route bereits für eine andere TI-Anwendung eingerichtet wurde, muss sie nicht erneut konfiguriert werden.

Route konfigurieren

DNS-Voraussetzungen für TI-Fachdienste

Damit Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept funktionieren, müssen die Hostnamen der zugehörigen TI-Fachdienste korrekt aufgelöst werden können. Dies geschieht über den DNS-Dienst, der typischerweise durch folgende Komponenten bereitgestellt wird:

Hinweis: Die TI-Grundverbindung (Konnektor ↔ TI) ist davon nicht betroffen.

DNS wirkt sich ausschließlich auf die TI-Fachdienste aus, wie:

  • ePA
  • E-Rezept
  • IDP-Dienst der TI (Identitäts- und Authentifizierungsdienst)
  • weitere offene Fachdienste der TI

Wenn TI-Fachdienste nicht funktionieren, obwohl der Konnektor „verbunden“ anzeigt, liegt die Ursache häufig in der DNS-Auflösung.

Warum ist DNS für TI-Fachdienste wichtig?

Die ePA-Aktensysteme, der IDP-Dienst (Authentifizierung), der E-Rezept-Fachdienst sowie der TSL-Downloaddienst werden über öffentliche Hostnamen angesprochen.

Kann der DNS-Dienst diese Hostnamen nicht auflösen, schlagen die Fachdienste fehl, obwohl:

Hostnamen der Telematikinfrastruktur

Folgende Hostnamen müssen laut gematik erreichbar und auflösbar sein:

Hinweis: In der OpenID-Konfiguration können dynamisch weitere Hostnamen enthalten sein.

Die gematik weist darauf hin, dass sich Hostnamen jederzeit ändern oder erweitert werden können.

Prüfung der DNS-Auflösung

Die folgenden Schritte helfen dabei festzustellen, ob die TI-Fachdienste durch den DNS-Dienst korrekt aufgelöst werden.

1. Verwendeten DNS-Server ermitteln

Der Abschnitt „DNS-Server“ oder „nameserver“ zeigt an, welcher DNS-Dienst genutzt wird (z.B. Firewall, Router, Domain-Controller).

2. Allgemeine DNS-Auflösung prüfen

Wenn „Server failed“ oder „Non-existent domain“ zurückgegeben wird, kann der DNS die TI-Hostnamen nicht auflösen.

3. Falls vorhanden: Gezielte Abfrage über den lokalen DNS-Server
Tipp: Relevant, wenn z.B. Domain-Controller oder Firewall als DNS agieren.

Prüfen sie, ob der lokale DNS-Dienst die Hostnamen korrekt auflösen kann.

Ersetzen Sie <ip-adresse-des-dns-servers> durch die tatsächliche IP des DNS-Servers der Praxis:

Wenn keine IP-Adresse zurückgegeben wird, kann der Hostname nicht aufgelöst werden. In diesem Fall ist eine Anpassung der DNS-Konfiguration erforderlich.

Wenn externe DNS-Forwarder nicht erlaubt sind, müssen die Hostnamen manuell im DNS-Manager hinterlegt werden.

Zusammenhang mit der Routen-Konfiguration

Die Routen zu offenen Fachdiensten, aAdG und NetG-TI können laut gematik zusammengefasst werden:

100.102.0.0/15

Eine korrekt gesetzte Route und eine funktionierende DNS-Auflösung sind beide Voraussetzungen.

Wenn DNS nicht funktioniert, können die Fachdienste nicht erreicht werden, obwohl die TI-Verbindung selbst in Ordnung ist.

Konfiguration der Systemzeit

Für den Zugriff auf Fachanwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder das E-Rezept muss die Systemzeit des charly-Servers mit der Referenzzeit der Telematikinfrastruktur übereinstimmen.

Bereits eine Abweichung von mehr als 4,5 Minuten kann die Anmeldung verhindern.

Hintergrund: Warum ist die Systemzeit so wichtig?

Die gesamte Telematikinfrastruktur (TI) verwendet die Zeitserver der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) als verbindliche Zeitbasis.

Bei jedem Zugriff auf TI-Dienste erfolgt ein Abgleich zwischen:

Der IDP ist der zentrale TI-Dienst, der u.a. für die Anmeldung und Authentifizierung für ePA und E-Rezept zuständig ist.

Weicht die Serverzeit von der PTB-Zeit ab, ist eine Anmeldung nicht möglich.

Systemzeit in charly prüfen

In der Perspektive Administration > Dashboard „Administration“ steht das Widget „TI-Infrastruktur-Check“ zur Verfügung. Unter dem Punkt „Systemzeit“ wird angezeigt, ob die Systemzeit des Servers mit der PTB-Zeit übereinstimmt.

Eine zu große Abweichung wird als Fehler dargestellt.

Hinweis: Der Systemzeit-Check kann in den Einstellungen bei Bedarf deaktiviert werden – etwa wenn der charly-Server keine Internetverbindung hat und daher kein Abgleich mit dem IDP-Zeitserver möglich ist.

Für weitere Informationen siehe Systemzeit-Check.

Hinweis zur Zeitquelle

Die Synchronität wird anhand der offiziellen NTP-Zeitservern der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) überprüft:

Diese Server müssen vom charly-Server erreichbar sein.

Hinweis für Systembetreuer: Firewall-Freigaben

Damit die Zeitsynchronisation funktioniert, müssen in der Praxis-Firewall die oben genannten Hostnamen freigegeben sein.

Die Kommunikation mit den PTB-Zeitservern erfolgt über den UDP-Port 123.

Zeitsynchronisation des Servers

Achten Sie darauf, dass der charly-Server eine stabile Zeitsynchronisation über einen NTP-Dienst verwendet.

Wir empfehlen, die automatische Zeiteinstellung zu aktivieren, um Zeitabweichungen zur Referenzzeit der Telematikinfrastruktur zu vermeiden.

Zusammenhang mit dem E-Health-Gateway-Service

Wenn die Praxis einen lokalen NTP-Zeitserver verwendet (z.B. einen Domain-Controller), muss dieser zusätzlich im E-Health-Gateway-Service eingetragen werden, damit der Dienst dieselbe Zeitquelle nutzt.

Dies ist besonders wichtig, da eine fehlende oder abweichende Zeitsynchronisation die Erstellung von E-Rezepten bzw. den Zugriff auf eine ePA-Akte verhindert.