KIM-Konten: Technik und Fehlersuche

Diese Hilfeseite ergänzt die Bildschirmhilfe zu KIM-Konten um technische Hintergründe und Hinweise für Fehlersuche und Systemkonfiguration. Für weitere Informationen siehe KIM-Konten.

Technische Einordnung

Für KIM sind vier Ebenen zu unterscheiden:

Ebene Bedeutung
charly charly ist die KIM-Anwendung mit der Oberfläche für KIM-Konten und KIM-Nachrichten.
KIM-Clientmodul Das externe KIM-Clientmodul stellt die technische Verbindung zwischen charly und dem KIM-Provider her.
KIM-Provider Der KIM-Provider stellt KIM-Dienst, Postfächer und die zugehörige Infrastruktur bereit.
TI-Umgebung Zur TI-Umgebung gehören insbesondere Konnektor, Kartenterminal, SMC-B und HBA.
Hinweis: charly verbindet sich für KIM nicht direkt mit dem KIM-Provider, sondern mit dem externen KIM-Clientmodul.

 

Technische Voraussetzungen

Technische Umgebung außerhalb von charly

Für die KIM-Nutzung müssen die folgenden externen Komponenten und Dienste grundsätzlich vorhanden und betriebsbereit sein:

Tipp: Das Fachportal der gematik bietet u.a. eine Liste aller zugelassenen Komponenten und Dienste.

Voraussetzungen in charly

 

Verbindung zwischen charly und KIM-Clientmodul

So arbeitet charly mit dem KIM-Clientmodul zusammen

charly enthält die KIM-Anwendung, also die Oberfläche zum Verwalten des KIM-Kontos sowie zum Senden und Empfangen von KIM-Nachrichten. Für die technische Verbindung zum KIM-Provider wird zusätzlich ein externes KIM-Clientmodul benötigt. charly verbindet sich daher nicht direkt mit dem KIM-Provider, sondern mit dem KIM-Clientmodul. Die Angaben im Bereich Clientmodul-Verbindung müssen deshalb immer aus der Konfiguration dieses KIM-Clientmoduls übernommen werden.

Hinweis: Das KIM-Clientmodul erhalten Sie von Ihrem KIM-Provider. Installieren und konfigurieren Sie das KIM-Clientmodul entsprechend der Dokumentation Ihres KIM-Providers auf dem System, auf dem es für charly erreichbar ist.
Hinweis: Die in charly hinterlegten Zertifikate gehören zur Verbindung zwischen charly und dem KIM-Clientmodul. Relevant sind also die Zertifikate, mit denen sich das KIM-Clientmodul gegenüber charly ausweist oder mit denen sich charly gegenüber dem KIM-Clientmodul authentifiziert. Es geht an dieser Stelle nicht um Zertifikate des Konnektors.

Clientmodul-Verbindung eintragen

Übernehmen Sie für die Felder POP3, SMTP, Port, POP3-Benutzername und SMTP-Benutzername die Angaben aus dem KIM-Clientmodul. Maßgeblich ist immer die dort konfigurierte Verbindung zwischen charly und dem KIM-Clientmodul.

Verwenden Sie dabei genau das im KIM-Clientmodul vorgesehene Protokoll:

Wenn im KIM-Clientmodul TLS aktiviert ist, müssen Protokoll, Port und gegebenenfalls Zertifikate in charly dazu passen. Verwenden Sie für die Clientmodul-Verbindung möglichst den Hostnamen, der im Zertifikat des KIM-Clientmoduls eingetragen ist. Eine feste IP-Adresse verwenden Sie nur dann, wenn diese im Zertifikat ebenfalls hinterlegt ist oder die TLS-Konfiguration dies ausdrücklich zulässt. localhost oder 127.0.0.1 verwenden Sie nur dann, wenn das Clientmodul tatsächlich auf demselben System wie charly läuft und die TLS-Konfiguration auch dafür passt.

Häufig werden für TLS-Verbindungen die Standard-Ports 995 für POP3 und 465 für SMTP verwendet. Maßgeblich sind aber immer die Ports, die im KIM-Clientmodul tatsächlich konfiguriert sind.

Hinweis: Unter macOS können Ports mit einer Portnummer < 1024 vom KIM-Clientmodul nicht verwendet werden. Konfigurieren Sie dort für POP3 und SMTP freie Portnummern > 1024 und übernehmen Sie diese Werte anschließend in charly.

Wann werden CA-Zertifikat und Clientzertifikat benötigt?

Konfiguration des KIM-Clientmoduls Erforderliche Angaben in charly
Ohne TLS Verwenden Sie pop3:// und smtp://. Zertifikate werden nicht benötigt.
TLS ohne Client-Authentifizierung Verwenden Sie pop3s:// und smtps://. Ein CA-Zertifikat kann erforderlich sein, wenn charly das Zertifikat des KIM-Clientmoduls nicht bereits vertrauen kann.
TLS mit Client-Authentifizierung Verwenden Sie pop3s:// und smtps://. Zusätzlich ist ein Clientzertifikat erforderlich. Je nach Aufbau des KIM-Clientmoduls wird außerdem ein CA-Zertifikat oder die passende Zertifikatskette benötigt.

Das CA-Zertifikat dient dazu, dass charly die Server-Seite des KIM-Clientmoduls prüfen kann. Je nach Clientmodul ist dies das Server-Zertifikat des KIM-Clientmoduls selbst oder das ausstellende CA-Zertifikat beziehungsweise die dazugehörige Zertifikatskette.

Das Clientzertifikat laden Sie nur dann hoch, wenn das KIM-Clientmodul für eine TLS-Verbindung mit Client-Authentifizierung konfiguriert ist. Das Zertifikat muss den privaten Schlüssel enthalten. In charly wird dafür ein PKCS#12-Container im Format .p12 verwendet.

Multikonnektor-Setup und Konnektor-ID

Das Multikonnektor-Setup ist nur relevant, wenn Ihr KIM-Clientmodul für eine Umgebung mit mehreren Konnektoren konfiguriert ist. In einer Einzelkonnektor-Konfiguration bleibt der Schalter deaktiviert.

Wenn der im KIM-Clientmodul hinterlegte POP3- oder SMTP-Benutzername bereits eine Konnektor-ID enthält, übernimmt charly diese Angabe automatisch und aktiviert den Schalter.

Die Konnektor-ID ist kein frei wählbarer Wert in charly. Verwenden Sie bei manueller Eingabe nur die Konnektor-ID, die im KIM-Clientmodul für den gewünschten Konnektor hinterlegt ist.

Aktivieren Sie das Multikonnektor-Setup nicht vorsorglich. Tragen Sie in das Feld Konnektor-ID keine Konnektorbezeichnung, keinen Hostnamen und keine Seriennummer ein, wenn diese Werte nicht ausdrücklich so im KIM-Clientmodul konfiguriert wurden.

 

Zusammenspiel mit Konnektor und Kartenumgebung

Für das Verständnis der Gesamtumgebung kann zusätzlich wichtig sein, dass das externe KIM-Clientmodul nicht nur mit charly und dem KIM-Provider zusammenarbeitet, sondern je nach Umgebung auch mit dem Konnektor, dem Kartenterminal und den zugehörigen Karten.

Diese technische Kette wird nicht vollständig in charly konfiguriert. In charly pflegen Sie die Verbindung zum KIM-Clientmodul sowie die kontobezogenen Angaben. Die Einrichtung des KIM-Clientmoduls selbst, seine technische Anbindung an Konnektor und Kartenumgebung sowie weitere TI-bezogene Randbedingungen gehören zur übrigen Systemumgebung.

 

Technische Ports in der Systemumgebung

Für KIM sind zwei Portgruppen zu unterscheiden: die Ports der Verbindung zwischen charly und dem externen KIM-Clientmodul sowie weitere Ports der charly-Systemumgebung.

Portgruppe Typische Standardports Einordnung
Verbindung charly / KIM-Clientmodul bei TLS häufig 995 für POP3 und 465 für SMTP Diese Ports tragen Sie für das jeweilige KIM-Konto in charly ein. Maßgeblich ist immer die Konfiguration des KIM-Clientmoduls; einzelne Clientmodule können abweichende Ports verwenden. Siehe Wie lauten die Standard-URLs der bei der solutio GmbH & Co. KG getesteten Clientmodule und Provider?.
charly-Systemumgebung 10443 für den SSL-Proxy, 14711 für den Messaging-Service (HTTP), 14712 für den Messaging-Service (STOMP) Diese Ports betreffen nicht die fachliche Verbindung zum KIM-Provider. Sie können aber in der Systemkonfiguration relevant sein, z.B. wenn Portkonflikte oder Firewall-Regeln geprüft werden müssen.

Die folgenden Hinweise und Anleitungen betreffen diese zusätzliche Systemkonfiguration von SSL-Proxy und Messaging-Service.

Falls einer oder mehrere der erforderlichen Ports für KIM bereits belegt sind, konfigurieren Sie diese um:

 

 

FAQ zu Beispielwerten und Fehlersuche