DICOM-Konfiguration
Das DICOM-Format (Digital Imaging and Communications in Medicine) beschreibt einen offenen Standard für Digitale Bildgebung. In diesem Artikel erhalten Sie alle grundlegenden Informationen zu DICOM4charly und den nötigen Konfigurationen.
VDDS-DICOM-Siegel
Das VDDS-DICOM-Siegel vereinfacht den Abgleich der DICOM-Funktionalität von Praxisverwaltungssoftware und Röntgengerät.
Das VDDS-DICOM-Siegel definiert mehrere Stufen, für die das Siegel vergeben werden kann. Die Stufen bauen aufeinander auf und definieren den Umfang, den eine Software mindestens bieten muss.
- Stufe 1 → Austausch von Patienten- / Auftragsdaten (Erfüllung DIN 6862-2)
- Stufe 2 → Austausch von Patienten- / Auftragsdaten; Senden des erzeugten Bildes zur PVS
- Stufe 3 → Austausch von Patienten- / Auftragsdaten und 2D-Bildern
- Stufe 4 → Austausch von Patienten- / Auftragsdaten, 2D-Bildern und 3D-Daten
In charly ist VDDS-DICOM Stufe 1 umgesetzt.
Workflow aus Anwendersicht
Das folgende Diagramm zeigt den grundsätzlichen Workflow mit DICOM4charly in stark vereinfachter Form aus Anwendersicht.
- Ein Röntgenauftrag wird im charly-Röntgenkontrollbuch angelegt und an DICOM4charly übermittelt.
- Ein Röntgensystem fragt DICOM4charly nach vorhandenen Röntgenaufträgen.
- DICOM4charly übermittelt die zugehörigen Röntgenaufträge an das Röntgensystem.
- Die Patienten- und Untersuchungsdaten stehen am Röntgengerät für die Durchführung der Röntgenuntersuchung bereit.
- Nach Durchführung der Röntgenuntersuchung entfernt der Anwender den Röntgenauftrag aus DICOM4charly.
DICOM-Ports
Übersicht der Ports, die für die Kommunikation zwischen den Komponenten erforderlich sind:
| Port | Beschreibung |
|---|---|
| 10443 | Standard für den SSL-Proxy. Wird vom charly-Updater in der Firewall geöffnet. Kann im charly-Updater umkonfiguriert werden. Führen Sie dazu den charly-Updater erneut aus. |
| 10444 (TCP) | Standard für den DICOM4charly-Service für „MWL mit Auftragsdaten“. Über diesen Port kann ein Röntgensystem eine Anfrage an den Service stellen. Kann in der „application.yml“-Datei des Soldicom-Services geändert werden. |
| 10445 (TCP) | Standard für den DICOM4charly-Service für „MWL für die Übertragung von Patientendaten“. Über diesen Port kann ein Röntgensystem eine Anfrage an den Service stellen. Kann in der „application.yml“-Datei des Soldicom-Services geändert werden. |
| 14711 (HTTP) | Standard für den Messaging-Service. Wird vom charly-Updater in der Firewall geöffnet. Kann im charly-Updater umkonfiguriert werden. Führen Sie dazu den charly-Updater erneut aus. |
| 14712 (STOMP) | Standard für den Messaging-Service. Kann in der „application.yml“-Datei des Messaging-Services geändert werden. |
Die Kommunikation vom Röntgengerät zu DICOM4charly läuft standardmäßig über die Ports 10444 und 10445 (TCP).
Falls einer oder mehrere der erforderlichen
- SSL-Proxy und messaging-Service (HTTP) im charly-Updater
- messaging-Service (STOMP) in der „application.yml“-Datei des messaging-Services
- DICOM4charly-Schnittstelle für MWL und Übertragung von Patientendaten in der „application.yml-Datei“ des soldicom-Services
ncjs in dem Verzeichnisconf2 abgelegt werden, da dieses Verzeichnis durch charly-Updates nicht überschrieben wird. Innerhalb des Verzeichnisses conf2 muss für jeden Service, für den eine kundenspezifische Konfiguration hinterlegt wird, ein weiteres Verzeichnis mit dem Namen des Servicesangelegt werden. Dort wird die kundenspezifische „application.yml“-Datei abgelegt.
Beispiel-Pfad einer kundenspezifischen „application.yml“-Datei mit Konfigurationen für den soldicom-Service:\Solutio\Server\ncjs\conf2\soldicom\application.yml
Voraussetzungen
- Der charly-Updater liegt auf dem charly-Server (Download Windows bzw. Download macOS).
- Der charly-Server verfügt über eine Internetverbindung.
-
Das Ausführen des charly-Updaters ist vorbereitet:
- Schalten Sie alle charly-Arbeitsplätze (Clients) aus.
- Schließen Sie auf dem charly-Server alle Programme.
- Führen Sie auf dem charly-Server eine Datensicherung durch.
- Starten Sie den charly-Server neu.
- Melden Sie sich mit Administratorrechten am charly-Server an.
- Deaktivieren Sie auf dem charly-Server den Virenscanner für den Zeitraum des Updates.
Vorgehensweise
- Starten Sie den charly-Updater.
- Folgen Sie den Anweisungen des charly-Updater-Assistenten bis zu der Maske für die Konfiguration der Ports für den SSL-Proxy sowie für den messaging-Service.
- Ändern Sie den bzw. die Ports.
-
Folgen Sie weiter den Anweisungen des charly-Updater-Assistenten.
- Der charly-Updater führt die Port-Änderungen für die Services durch.
- Öffnen Sie auf dem Server folgendes Verzeichnis:
<charly-Installationspfad>\Solutio\Server\ncjs\ - Legen Sie in diesem Verzeichnis das Verzeichnis „conf2“ und darin das Verzeichnis „messaging“ an:
<charly-Installationspfad>\Solutio\Server\ncjs\conf2\messaging\ - Legen Sie in dem Verzeichnis „messaging“ eine Textdatei an und benennen Sie diese mit „application.yml“.
-
Kopieren Sie die folgende Einstellung in die application.yml:
de.solutio.ncjs.messaging.broker.stomp.port:14712 - Ändern Sie den Port.
-
Damit der messaging-Service die fertig bearbeitete application.yml verwendet, muss der messaging-Service gestoppt und anschließend wieder gestartet werden:
-
Windows
-
Öffnen Sie die Administrator-Kommandozeile und geben Sie folgende Befehle ein:
cd <charly-Installationspfad>\Solutio\Server\ncjs -
Stoppen Sie den messaging-Service:
acd.bat stop messaging -
Starten Sie den messaging-Service:
acd.bat start messaging
-
-
macOS
-
Öffnen Sie das Terminal und geben Sie folgende Befehle ein:
cd <charly-Installationspfad>/Solutio/Server/ncjs -
Stoppen Sie den messaging-Service:
sudo ./acd.sh stop messaging -
Starten Sie den messaging-Service:
sudo ./acd.sh start messaging
-
-
-
Prüfen Sie in charly-Web in der Perspektive Administration > Systemstatus > Komponenten ob der messaging-Service gestartet ist.
Für weitere Informationen siehe Mandantenfähigkeit des soldicom-Services
Vorgehensweise
- Öffnen Sie auf dem Server folgendes Verzeichnis:
<charly-Installationspfad>\Solutio\Server\ncjs\ - Legen Sie in diesem Verzeichnis das Verzeichnis „conf2“ und darin das Verzeichnis „soldicom“ an:
<charly-Installationspfad>\Solutio\Server\ncjs\conf2\soldicom\ - Legen Sie in dem Verzeichnis „soldicom“ eine Textdatei an und benennen Sie diese mit „application.yml“.
- Kopieren Sie die Standard-Konfiguration in die application.yml. Siehe.
- Bearbeiten Sie die application.yml: Ändern Sie in der kopierten Standard-Konfiguration den bzw. die Ports in freie Ports.
-
Damit der soldicom-Service die fertig bearbeitete application.yml verwendet, muss der soldicom-Service gestoppt und anschließend wieder gestartet werden:
-
Windows
-
Öffnen Sie die Administrator-Kommandozeile und geben Sie folgende Befehle ein:
cd <charly-Installationspfad>\Solutio\Server\ncjs -
Stoppen Sie den soldicom-Service:
acd.bat stop soldicom -
Starten Sie den soldicom-Service:
acd.bat start soldicom
-
-
macOS
-
Öffnen Sie das Terminal und geben Sie folgende Befehle ein:
cd <charly-Installationspfad>/Solutio/Server/ncjs -
Stoppen Sie den soldicom-Service:
sudo ./acd.sh stop soldicom -
Starten Sie den soldicom-Service:
sudo ./acd.sh start soldicom
-
-
-
Prüfen Sie in charly-Web in der Perspektive Administration > Systemstatus > Komponenten ob der soldicom-Service gestartet ist.
Mandantenfähigkeit des soldicom-Services
DICOM4charly ist mandantenfähig und standardmäßig für einen Mandanten (Mandant 1) vorkonfiguriert.
Damit DICOM4charly die MWL-Anfrage eines Röntgengeräts in jedem Fall bearbeiten kann, unterscheidet DICOM4charly zwischen den folgenden Fällen:
- Wenn ein Röntgengerät eine MWL-Anfrage sendet, die eine Mandantenkennung enthält, werden die Daten zu dieser Mandantenkennung geliefert.
-
Wenn ein Röntgengerät eine MWL-Anfrage sendet, die keine Mandantenkennung enthält, werden die Daten des Mandanten aus der Konfiguration im Soldicom-Service geliefert.
Falls die Praxis über mehrere Mandanten verfügt, muss die Konfiguration des Soldicom-Services angepasst werden.
ncjs in dem Verzeichnisconf2 abgelegt werden, da dieses Verzeichnis durch charly-Updates nicht überschrieben wird. Innerhalb des Verzeichnisses conf2 muss für jeden Microservice, für den eine kundenspezifische Konfiguration hinterlegt wird, ein weiteres Verzeichnis mit dem Namen des Microservices angelegt werden. Dort wird die kundenspezifische „application.yml“-Datei abgelegt.
Beispiel-Pfad einer kundenspezifischen „application.yml“-Datei mit Konfigurationen für den Soldicom-Service:\Solutio\Server\ncjs\conf2\soldicom\application.yml
Konfiguration in einer Praxis mit mehreren Mandanten und einem nicht-mandantenfähigen Röntgengerät
Für den Fall, dass in einer Praxis mehrere Mandanten mit DICOM4charly arbeiten möchten, deren Röntgengerät in seiner MWL-Anfrage keine Mandantenkennung liefert, muss die Konfiguration des Soldicom-Services angepasst werden.
Dabei gelten folgende Regeln:
-
Pro Mandant zwei Blöcke:
- Ein Block für die Schnittstelle, welche die MWL mit Auftragsdaten liefert
- Ein Block für die Schnittstelle, welche die MWL für die Übertragung von Patientendaten liefert
- Pro Block muss die
u-idhochgezählt werden - Jeder Block benötigt einen unique
port -
Jeder Block benötigt einen unique
ae-title– die maximale Länge von 16 Zeichen darf nicht überschritten werden.Hinweis: Nach einer Änderung des AE-Title im Soldicom-Service, muss diese Änderung auch in der Konfiguration des Röntgengerätes vorgenommen werden. - Der
defaultTenantentscheidet, von welchem Mandanten die Daten geholt werden
de:
solutio:
ncjs:
soldicom:
dicom-api:
configuration:
services:
-
u-id: 1
type: MWL_SCP
name: 'DICOM-Röntgenaufträge Praxis Dr. Molar'
ae-title: DICOM4CHARLY_MWL
port: 10444
option-system-start: 0
option-post-processing-pass-through: 0
option-multi-mandant: 1
option-storage-commitment: 0
only-patient-data: 0
active: true
defaultTenant: 1
-
u-id: 2
type: MWL_SCP
name: 'DICOM-Patientendaten Praxis Dr. Molar'
ae-title: DICOM4CHARLY_PDE
port: 10445
option-system-start: 0
option-post-processing-pass-through: 0
option-multi-mandant: 1
option-storage-commitment: 0
only-patient-data: 1
active: true
defaultTenant: 1
-
u-id: 3
type: MWL_SCP
name: 'DICOM-Röntgenaufträge Praxis Dr. Zahn'
ae-title: DICOM_TWO_MWL
port: 10446
option-system-start: 0
option-post-processing-pass-through: 0
option-multi-mandant: 1
option-storage-commitment: 0
only-patient-data: 0
active: true
defaultTenant: 2
-
u-id: 4
type: MWL_SCP
name: 'DICOM-Patientendaten Praxis Dr. Zahn'
ae-title: DICOM_TWO_PDE
port: 10447
option-system-start: 0
option-post-processing-pass-through: 0
option-multi-mandant: 1
option-storage-commitment: 0
only-patient-data: 1
active: true
defaultTenant: 2
Parameter des soldicom-Services
Für die Konfiguration des soldicom-Services müssen in der der „application.yml“-Datei vorgegebene Parameter angegeben sein.
| Parameter | Beschreibung |
|---|---|
u-id
|
ist die u-id (Unique ID) der Schnittstelle – muss aufsteigend angegeben werden. |
type
|
gibt den Schnittstellen-Type an. DICOM4charly bietet für beide Schnittstellen den Type „MWL_SCP“. |
name
|
ist der Name der Schnittstelle – kann frei gewählt werden und dient dem Verständnis |
ae-title
|
ist der AE-Title (Application Entity Title) der Schnittstelle – die maximale Länge von 16 Zeichen darf nicht überschritten werden. Hinweis: Nach einer Änderung des AE-Title im Soldicom-Service, muss diese Änderung auch in der Konfiguration des Röntgengerätes vorgenommen werden.
|
port
|
TCP-Port der Schnittstelle. |
option-system-start
|
gibt an, ob die Option „System Start“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0). |
option-post-processing-pass-through
|
gibt an, ob die Option „Post Processing Pass-Through“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0). |
option-multi-mandant
|
gibt an, ob die Option „Multi-Mandant“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0). |
option-storage-commitment
|
gibt an, ob die Option „Storage Commitments“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0). |
only-patient-data
|
gibt an, ob ein MWL-SCP Patientendaten oder Auftragsdaten bereitstellt; 1 für reine Patientendaten oder 0 für vollständige Auftragsdaten. |
active
|
gibt an, ob die Schnittstelle aktiv ist (true) oder nicht (false). |
defaultTenant
|
gibt die Nummer des Mandanten an, von welchem die Schnittstelle die Patienten- und Behandlerdaten holt. |
de:
solutio:
ncjs:
soldicom:
dicom-api:
configuration:
services:
-
u-id: 1
type: MWL_SCP
name: 'charly DICOM-Schnittstelle für MWL'
ae-title: DICOM4CHARLY_MWL
port: 10444
option-system-start: 0
option-post-processing-pass-through: 0
option-multi-mandant: 1
option-storage-commitment: 0
only-patient-data: 0
active: true
defaultTenant: 1
-
u-id: 2
type: MWL_SCP
name: 'charly DICOM-Schnittstelle für die Übertragung von Patientendaten'
ae-title: DICOM4CHARLY_PDE
port: 10445
option-system-start: 0
option-post-processing-pass-through: 0
option-multi-mandant: 1
option-storage-commitment: 0
only-patient-data: 1
active: true
defaultTenant: 1
Im DICOM-Röntgensystem: Schnittstelle zu DICOM4charly konfigurieren
Alle notwendigen Informationen für die Anbindung der DICOM4charly-Schnittstelle an das Röntgensystem, finden Sie in der Perspektive Administration > DICOM-Geräte per Klick auf den i-Button.
DICOM4charly bietet für Röntgensysteme folgende Schnittstellen in der Rolle „Service Class Provider (SCP)“ an:
- MWL mit Auftragsdaten
- MWL für die Übertragung von Patientendaten
Der Hostname – die IP-Adresse des Servers in der Praxis – wird automatisch ermittelt und für beide Schnittstellen gesetzt.
Die Kommunikation vom Röntgengerät zu DICOM4charly läuft standardmäßig über die Ports 10444 und 10445 (TCP). Sofern einer oder beide Ports in der Praxis bereits belegt sind, müssen die Ports in der „application.yml“-Datei des soldicom-Services geändert werden. Siehe Ports der DICOM4charly-Schnittstellen im soldicom-Service ändern
DICOM-Röntgengerät und dazugehörige DICOM-Services in charly anlegen
Die DICOM-Röntgengeräte und dazugehörigen DICOM-Services verwalten Sie in charly-Web in der Perspektive Administration > DICOM-Geräte.
Dabei gelten folgende Regeln:
- Es muss mindestens ein DICOM-Röntgengerät angelegt werden.
- Pro DICOM-Röntgengerät muss mindestens ein DICOM-Service angelegt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter:
In charly: Röntgengerät mit DICOM-Röntgengerät verknüpfen
Das DICOM-Röntgengerät, das Sie in DICOM4charly angelegt haben, verknüpfen Sie mit dem korrespondierenden Röntgengerät aus charly. Diese Verknüpfung ist notwendig, damit aus charly über die DICOM4charly-Schnittstelle ein Röntgenauftrag an ein DICOM-Röntgengerät übermittelt werden kann.
Weitere Informationen finden Sie unter Im charly-Client ein Röntgengerät mit einem DICOM-Röntgengerät verknüpfen .