DICOM-Konfiguration

Das DICOM-Format (Digital Imaging and Communications in Medicine) beschreibt einen offenen Standard für Digitale Bildgebung. In diesem Artikel erhalten Sie alle grundlegenden Informationen zu DICOM4charly und den nötigen Konfigurationen.

 

VDDS-DICOM-Siegel

Das VDDS-DICOM-Siegel vereinfacht den Abgleich der DICOM-Funktionalität von Praxisverwaltungssoftware und Röntgengerät.

Das VDDS-DICOM-Siegel definiert mehrere Stufen, für die das Siegel vergeben werden kann. Die Stufen bauen aufeinander auf und definieren den Umfang, den eine Software mindestens bieten muss.

In charly ist VDDS-DICOM Stufe 1 umgesetzt.

 

Workflow aus Anwendersicht

Das folgende Diagramm zeigt den grundsätzlichen Workflow mit DICOM4charly in stark vereinfachter Form aus Anwendersicht.

  1. Ein Röntgenauftrag wird im charly-Röntgenkontrollbuch angelegt und an DICOM4charly übermittelt.
  2. Ein Röntgensystem fragt DICOM4charly nach vorhandenen Röntgenaufträgen.
  3. DICOM4charly übermittelt die zugehörigen Röntgenaufträge an das Röntgensystem.
  4. Die Patienten- und Untersuchungsdaten stehen am Röntgengerät für die Durchführung der Röntgenuntersuchung bereit.
  5. Nach Durchführung der Röntgenuntersuchung entfernt der Anwender den Röntgenauftrag aus DICOM4charly.

 

DICOM-Ports

Übersicht der Ports, die für die Kommunikation zwischen den Komponenten erforderlich sind:

Port Beschreibung
10443 Standard für den SSL-Proxy. Wird vom charly-Updater in der Firewall geöffnet. Kann im charly-Updater umkonfiguriert werden. Führen Sie dazu den charly-Updater erneut aus.
10444 (TCP) Standard für den DICOM4charly-Service für „MWL mit Auftragsdaten“. Über diesen Port kann ein Röntgensystem eine Anfrage an den Service stellen. Kann in der „application.yml“-Datei des Soldicom-Services geändert werden.
10445 (TCP) Standard für den DICOM4charly-Service für „MWL für die Übertragung von Patientendaten“. Über diesen Port kann ein Röntgensystem eine Anfrage an den Service stellen. Kann in der „application.yml“-Datei des Soldicom-Services geändert werden.
14711 (HTTP) Standard für den Messaging-Service. Wird vom charly-Updater in der Firewall geöffnet. Kann im charly-Updater umkonfiguriert werden. Führen Sie dazu den charly-Updater erneut aus.
14712 (STOMP) Standard für den Messaging-Service. Kann in der „application.yml“-Datei des Messaging-Services geändert werden.

Die Kommunikation vom Röntgengerät zu DICOM4charly läuft standardmäßig über die Ports 10444 und 10445 (TCP).

Falls einer oder mehrere der erforderlichen DICOM-Ports für DICOM4charly bereits belegt sind, konfigurieren Sie diese um:

Hinweis: Kundenspezifische Konfigurationen müssen unter ncjs in dem Verzeichnisconf2 abgelegt werden, da dieses Verzeichnis durch charly-Updates nicht überschrieben wird. Innerhalb des Verzeichnisses conf2 muss für jeden Service, für den eine kundenspezifische Konfiguration hinterlegt wird, ein weiteres Verzeichnis mit dem Namen des Servicesangelegt werden. Dort wird die kundenspezifische „application.yml“-Datei abgelegt.

Beispiel-Pfad einer kundenspezifischen „application.yml“-Datei mit Konfigurationen für den soldicom-Service:
\Solutio\Server\ncjs\conf2\soldicom\application.yml

 

 

Mandantenfähigkeit des soldicom-Services

DICOM4charly ist mandantenfähig und standardmäßig für einen Mandanten (Mandant 1) vorkonfiguriert.

Hinweis: Das BDW-Profil sieht vor, dass ein Röntgengerät in seiner MWL-Anfrage angibt, für welchen Mandanten die Anfrage gilt. Nicht alle Röntgengerätehersteller haben die Mandantenfähigkeit umgesetzt.

Damit DICOM4charly die MWL-Anfrage eines Röntgengeräts in jedem Fall bearbeiten kann, unterscheidet DICOM4charly zwischen den folgenden Fällen:

Hinweis: Kundenspezifische Konfigurationen müssen unter ncjs in dem Verzeichnisconf2 abgelegt werden, da dieses Verzeichnis durch charly-Updates nicht überschrieben wird. Innerhalb des Verzeichnisses conf2 muss für jeden Microservice, für den eine kundenspezifische Konfiguration hinterlegt wird, ein weiteres Verzeichnis mit dem Namen des Microservices angelegt werden. Dort wird die kundenspezifische „application.yml“-Datei abgelegt.

Beispiel-Pfad einer kundenspezifischen „application.yml“-Datei mit Konfigurationen für den Soldicom-Service:

\Solutio\Server\ncjs\conf2\soldicom\application.yml

Konfiguration in einer Praxis mit mehreren Mandanten und einem nicht-mandantenfähigen Röntgengerät

Für den Fall, dass in einer Praxis mehrere Mandanten mit DICOM4charly arbeiten möchten, deren Röntgengerät in seiner MWL-Anfrage keine Mandantenkennung liefert, muss die Konfiguration des Soldicom-Services angepasst werden.

Hinweis: Durch die Konfiguration für jeden Mandanten entstehen zwei eigene Schnittstellen mit individuellen Ports, die dann im Röntgengerät für diesen Mandanten aufgerufen werden können.

Dabei gelten folgende Regeln:

 

Parameter des soldicom-Services

Für die Konfiguration des soldicom-Services müssen in der der „application.yml“-Datei vorgegebene Parameter angegeben sein.

Parameter Beschreibung
u-id ist die u-id (Unique ID) der Schnittstelle – muss aufsteigend angegeben werden.
type gibt den Schnittstellen-Type an. DICOM4charly bietet für beide Schnittstellen den Type „MWL_SCP“.
name ist der Name der Schnittstelle – kann frei gewählt werden und dient dem Verständnis
ae-title

ist der AE-Title (Application Entity Title) der Schnittstelle – die maximale Länge von 16 Zeichen darf nicht überschritten werden.

Hinweis: Nach einer Änderung des AE-Title im Soldicom-Service, muss diese Änderung auch in der Konfiguration des Röntgengerätes vorgenommen werden.
port TCP-Port der Schnittstelle.
option-system-start gibt an, ob die Option „System Start“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0).
option-post-processing-pass-through gibt an, ob die Option „Post Processing Pass-Through“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0).
option-multi-mandant gibt an, ob die Option „Multi-Mandant“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0).
option-storage-commitment gibt an, ob die Option „Storage Commitments“ von der Schnittstelle unterstützt wird (1) oder nicht (0).
only-patient-data gibt an, ob ein MWL-SCP Patientendaten oder Auftragsdaten bereitstellt; 1 für reine Patientendaten oder 0 für vollständige Auftragsdaten.
active gibt an, ob die Schnittstelle aktiv ist (true) oder nicht (false).
defaultTenant gibt die Nummer des Mandanten an, von welchem die Schnittstelle die Patienten- und Behandlerdaten holt.

 

 

Im DICOM-Röntgensystem: Schnittstelle zu DICOM4charly konfigurieren

Hinweis: Für die Konfiguration der Schnittstelle zu DICOM4charly in Ihrem DICOM-Röntgensystem, lesen Sie bitte die Dokumentation des Röntgensystem-Herstellers.

Alle notwendigen Informationen für die Anbindung der DICOM4charly-Schnittstelle an das Röntgensystem, finden Sie in der Perspektive Administration > DICOM-Geräte per Klick auf den i-Button.

DICOM4charly bietet für Röntgensysteme folgende Schnittstellen in der Rolle „Service Class Provider (SCP)“ an:

Der Hostname – die IP-Adresse des Servers in der Praxis – wird automatisch ermittelt und für beide Schnittstellen gesetzt.

Die Kommunikation vom Röntgengerät zu DICOM4charly läuft standardmäßig über die Ports 10444 und 10445 (TCP). Sofern einer oder beide Ports in der Praxis bereits belegt sind, müssen die Ports in der „application.yml“-Datei des soldicom-Services geändert werden. Siehe Ports der DICOM4charly-Schnittstellen im soldicom-Service ändern

 

DICOM-Röntgengerät und dazugehörige DICOM-Services in charly anlegen

Die DICOM-Röntgengeräte und dazugehörigen DICOM-Services verwalten Sie in charly-Web in der Perspektive Administration > DICOM-Geräte.

Dabei gelten folgende Regeln:

Weitere Informationen finden Sie unter:

 

In charly: Röntgengerät mit DICOM-Röntgengerät verknüpfen

Das DICOM-Röntgengerät, das Sie in DICOM4charly angelegt haben, verknüpfen Sie mit dem korrespondierenden Röntgengerät aus charly. Diese Verknüpfung ist notwendig, damit aus charly über die DICOM4charly-Schnittstelle ein Röntgenauftrag an ein DICOM-Röntgengerät übermittelt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie unter Im charly-Client ein Röntgengerät mit einem DICOM-Röntgengerät verknüpfen .